Photography.Talks geht in die zweite Runde. Auch in diesem Jahr haben wir wieder eine spannende Vortragsreihe in Hannover zusammengestellt. Wir freuen uns auf die Vorträge, vier renommierter, künstlerisch arbeitender Fotograf:innen.
Andrzej Steinbach, Olgaç Bozalp, Andrea Diefenbach und Patrick Wack werden ab April Einblicke in ihre Arbeit geben und über künstlerische Prozesse, visuelle Narrative und gesellschaftliche Fragestellungen, die ihre Praxis prägen, sprechen.
Andrzej Steinbachs (*1983 in Czarnków) Arbeiten folgen einem konsequent konzeptuellen Ansatz: Steinbach löst Gegenstände und Körper aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und inszeniert sie mit großer formaler Strenge. In sorgfältig geplanten Serien untersucht er Machtverhältnisse, Wahrnehmung und die Bedeutung des Vorläufigen.
OLGAÇ BOZALP
08. MAI
Olgaç Bozalp verbindet in seinen Arbeiten inszenierte und dokumentarische Fotografie zu dichten visuellen Erzählungen. In Serien wie „Leaving One for Another“ untersucht er Migration, Identität und Zugehörigkeit und hinterfragt dabei gängige Blickregime und Darstellungsweisen.
Zentral in seiner Praxis sind Fragen von Migration, Identität und Zugehörigkeit – Themen, die auch von biografischen Erfahrungen geprägt sind. In „Leaving One for Another“ untersucht er die Gründe und Bedingungen von Bewegung: von erzwungener Flucht über ökonomische Migration bis hin zur Suche nach Selbstverwirklichung.
Seine Arbeiten hinterfragen zugleich gängige Bildpolitiken und Darstellungsweisen von Migration, indem sie sich einfachen Lesarten entziehen und neue Perspektiven auf individuelle Geschichten eröffnen
(Vortrag engl.)
ANDREA DIEFENBACH
20. MAI
FOTO: Heinrich Völkel
Andrea Diefenbach, gibt Einblicke in ihre fotografischen Langzeitprojekte in Osteuropa, insbesondere in der Republik Moldau. Ihre Arbeiten zeigen eindringlich Lebensrealitäten zwischen Migration, Familie und sozialem Wandel.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Diefenbach mit ihrem ersten Buch „СПИД [spid] AIDS in Odessa“ (2008, Hatje Cantz), das sich mit der AIDS-Epidemie in der Ukraine auseinandersetzt. Es folgten Ausstellungen unter anderem in Hamburg, Mannheim und New York. Mit „Land ohne Eltern“ (2012/2016) dokumentierte sie eindrücklich das Leben moldauischer Arbeitsmigrant:innen in Italien und ihrer zurückgelassenen Kinder. Ihre aktuelle Monografie „Realitatea“ knüpft thematisch an diese Auseinandersetzung mit der Republik Moldau an.
PATRICK WACK
05.JUNI
Patrick Wack (*1979) arbeitet als Dokumentarfotograf an langfristigen Projekten zu geopolitischen Spannungsräumen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Seine Arbeiten entstehen über viele Jahre hinweg, werden international ausgestellt, publiziert und als Bücher veröffentlicht und verbinden intensive Recherche mit einer präzisen, persönlichen fotografischen Sprache.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Regionen im Umbruch, insbesondere in China und der Ukraine, wo er politische, soziale und kulturelle Veränderungen dokumentiert. Dabei interessiert ihn weniger die tagesaktuelle Ereignisfotografie als vielmehr die langfristigen Auswirkungen von Wandel auf Landschaften, Städte und Lebensrealitäten.